david chotjewitz

Boys don't cry

Boys don't cry – Jungen weinen nicht

Grundlage des Stückes Boys don't cry", ist der gleichnamige Film, der vor einigen Jahren in den Kinos lief. Es ist die Geschichte von Brandon Teena, einem Jugendlichen, der als Fremder in einen provinziellen Vorort kommt. Er kommt ganz alleine, ohne Familie, aber auch ohne echte Vergangenheit und ohne soziale Perspektive. Und obwohl er schnell Freunde findet und sogar populär wird, bleibt er völlig außenstehend. Denn Brandon verbirgt etwas: Er ist auf eine grundlegende Art anders als seine neuen Kumpels. Brandon Teena ist ein junger Mann im Körper einer Frau. Das Blatt wendet sich schnell als die beiden besten Freunde Brandons Geheimnis herausfinden. Hass auf Homosexualität und die Angst vor allem, was auf so grundlegende Art anders ist, verdichten sich zu einer gewalttätigen Mischung. Brandon wird von seinen besten Freunden erst vergewaltigt, eine Wochen später, als er zur Polizei geht, von ihnen ermordet.

Die Darsteller in diesem Projekt sind teilweise Profis (Schauspieler, Tänzer), teilweise jugendliche Laien, darunter auch Sänger und Rapper. Ein multikulturelles, junges Ensemble.

Das Kernthema des Projekts sind Aggression und Gewalt, die durch Probleme mit der sexuellen Identität verursacht werden. Eine Beobachtung von Theater: playstation ist, dass die Jugendlichen zwischen Körperkult, totaler Sexualisierung in den Medien und den dadurch entstehenden enormen inneren Spannungen am Thema Sex zunehmend scheitern.
Überhaupt Beziehungen zu führen, auch nur freundschaftliche, wird immer schwieriger. Und die eigene sexuelle Identität zu formulieren auch.
Sehr deutlich ist die Aggression gegen Homosexualität und alles, was sich sexuell nicht ganz klar definiert.

Brandons Geschichte spielt im kulturellen Niemandsland der Vorstädte. Auch in Hamburg gibt es diese ewigen Suburbias, von Wilhelmsburg bis Neu-Allermöhe. Auch in den Vorstädten, in Reihen- und Einfamilienhäusern, leben Migranten, und hier stellt sich die Frage nach Fremdheit radikaler als in den multikulturellen Szene-Stadtteilen.
So entstand die Idee, dieses Projekt nicht nur in den Kampnagel Hallen, sondern auch in Hochhaussiedlungen, in Reihenhäusern und Einfamilienhäusern aufzuführen: Kampnagel meets Suburbia...

 

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